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Veröffentlicht 05.11.2026


Restfeuchte im Estrich messen: CM-Methode

Veröffentlicht 05.11.2026

Kurz gesagt: Ob ein Estrich trocken genug für Vinylboden ist, zeigt nur eine Messung. Für die Trockenheit ist die CM-Messung (Calciumcarbid-Methode) maßgeblich. Für Vinylboden und andere elastische Beläge nennt das TKB-Merkblatt 16 bei Zementestrich höchstens 2,0 CM-% (mit Fußbodenheizung 1,8) und bei Calciumsulfatestrich höchstens 0,5 CM-% (mit Fußbodenheizung 0,3). Die Anleitung Ihres Bodens kann strengere Werte verlangen, zum Beispiel Arbiton bei Amaron Click mit Zementestrich und Fußbodenheizung 1,5. Dieser Ratgeber erklärt, was diese Zahlen bedeuten, wie gemessen wird und was Sie bei Fußbodenheizung beachten.

Stand: 5. November 2026. Die Werte stammen aus dem TKB-Merkblatt 16 (Ausgabe 12/2024) und den Verlegeanleitungen von Arbiton (Quellen unten). Dieser Ratgeber ersetzt keine Messung vor Ort und keine Beratung durch einen Estrichleger oder Bausachverständigen.

Warum die Restfeuchte vor dem Vinylboden zählt

Estrich enthält nach dem Einbau noch Anmachwasser, das nur langsam verdunstet. Solange der Untergrund zu feucht ist, erreichen Verlegewerkstoffe nach dem TKB-Bericht 11 (Belegreife, 7/2024) ihre Ausgleichsfeuchte nicht und erreichen nicht die nötige Festigkeit. Bei elastischen Belägen können sich Blasen bilden, bei Parkett kann das Holz quellen. Ob der Untergrund bereit für den Belag ist, nennt man Belegreife. Zur Belegreife gehören neben der Trockenheit weitere Kriterien wie die Festigkeit des Estrichs.

Bei Klick-Vinyl liegt der Boden schwimmend auf Unterlage und Folie. Wie Dampfsperre und Estrich zusammenhängen, lesen Sie in Dampfsperre am Boden unter Vinyl und Parkett. Bei Klebevinyl wird der Boden vollflächig auf den Untergrund geklebt. Der Kleber liegt auf dem Untergrund (Estrich oder Spachtelschicht), eine Dampfsperrfolie ist nicht vorgesehen. Deshalb ist die Restfeuchte besonders wichtig (Klebevinyl verlegen).

Grenzwerte: Wie viel Restfeuchte darf der Estrich haben?

Die Werte werden in CM-% angegeben, also als Ergebnis der CM-Messung. Das TKB-Merkblatt 16 (Technische Kommission Bauklebstoffe, Ausgabe 12/2024) nennt für textile und elastische Beläge, Laminat und MMFA-Beläge diese Höchstwerte; sie sind als Richtwerte für neu erstellte Untergründe gedacht. Wir ordnen Vinylboden den elastischen Belägen zu; das ist unsere Einordnung. Klick-Vinyl mit hartem Kern zählt vermutlich zu den MMFA-Belägen (mehrschichtige modulare Fußbodenbeläge); für diese nennt das Merkblatt dieselben Werte. Für Parkett nennt das Merkblatt bei Querschnittsmessung und Zementestrich bis 65 mm Dicke niedrigere Werte (1,8 und 1,6); bei Messung im unteren Estrichbereich gelten dieselben Werte wie für elastische Beläge. Zum Vergleich stehen die Werte aus den Arbiton-Verlegeanleitungen daneben.

QuelleZementestrich ohne FußbodenheizungZementestrich mit FußbodenheizungCalciumsulfatestrich ohne FußbodenheizungCalciumsulfatestrich mit Fußbodenheizung
TKB-Merkblatt 16 (12/2024), elastische Beläge2,01,80,50,3
Arbiton Amaron Click (Klick)2,01,50,50,3
Arbiton Amaron Chevron (Klick)2,01,80,50,3
Arbiton Amaron Herringbone Dryback (Kleben)2,01,80,50,3

Die TKB nennt Höchstwerte (kleiner oder gleich), Arbiton schreibt „unter“. Der Hersteller Ihres Bodens kann strenger sein als das Merkblatt: Bei Amaron Click nennt Arbiton für Zementestrich mit Fußbodenheizung 1,5 statt 1,8. Unsere Empfehlung: Verlegen Sie erst, wenn der Messwert unter dem Grenzwert in der Anleitung Ihres Produkts liegt, selbst wenn der Wert das TKB-Merkblatt bereits einhält. Bei Amaron Herringbone Dryback gilt der Wert laut Arbiton ausdrücklich vor dem Aufbringen der Ausgleichsmasse. Die Arbiton-Anleitungen, die wir gelesen haben, nennen keine Messmethode. Prüfen Sie in der Anleitung Ihres Produkts den Wert und fragen Sie im Zweifel bei uns nach.

Bei beheiztem Calciumsulfatestrich (Anhydrit) gibt es unterschiedliche Angaben. Das TKB-Merkblatt 16 (12/2024) nennt 0,3 CM-%. Die frühere Ausgabe von 2016 wies darauf hin, dass die DIN 18560-1 von 2015 hier 0,5 CM-% nannte. Das Technische Hinweisblatt 05 des Bundesverbands Parkett und Fußbodentechnik (BVPF, unter Mitwirkung der TKB) bezeichnet die Grenzwerte für Calciumsulfatestrich seit der Überarbeitung der DIN 18560-1 von 2015 als umstritten. Wir nennen deshalb den strengeren Wert 0,3 CM-%, den auch Arbiton verlangt. Stimmen Sie den geltenden Wert vor der Verlegung schriftlich mit Ihrem Estrichleger oder Bauleiter ab. Die DIN-Normen selbst liegen uns nicht vor, da sie kostenpflichtig sind; wir stützen uns auf die Zitate in den TKB-Dokumenten.

Bei Schnellzementestrichen (SZ-T) müssen laut TKB-Merkblatt 16 die Herstellerangaben des Estrichs zur Belegreife eingehalten werden. Estrichzusatzmittel ändern die Grenzwerte laut Stellungnahme des BVPF von 2022 (wiedergegeben im TKB-Merkblatt 16, 12/2024) nicht. Fragen Sie im Zweifel den Estrichleger nach dem geltenden Wert.

So läuft die CM-Messung ab

Die CM-Messung ist ein Verfahren, bei dem eine Probe aus dem Estrich mit einem Reaktionsmittel in einem Druckbehälter reagiert. Das Merkblatt 16 beschreibt den Ablauf. Wir empfehlen, die Messung einem Fachbetrieb zu überlassen, denn bei der Reaktion entsteht nach dem Merkblatt hochentzündliches Acetylengas. Die folgenden Schritte zeigen nur, was dabei geschieht:

  1. Probe entnehmen: Der Prüfer entnimmt die Probe über die gesamte Estrichdicke. Für Parkett wird häufig aus der unteren Hälfte gemessen. Der Grund laut TKB-Merkblatt 16 (Ausgabe 2016, inzwischen ersetzt): Ein Estrich trocknet von oben nach unten, unten ist er also feuchter.
  2. Zerkleinern: Die Probe wird in einem Beutel auf Stücke von höchstens 10 mm zerkleinert und darf nicht in der Sonne oder im Zug liegen bleiben.
  3. Wiegen: Bei Calciumsulfatestrich werden 100 g eingewogen, bei Zementestrich 50 g.
  4. Reagieren lassen: Probe, Stahlkugeln und eine Ampulle mit Calciumcarbid kommen in die Druckflasche. Die Flasche wird geschüttelt; die Zeiten gibt das Merkblatt vor (zwei Minuten kräftig zu Beginn, weitere Schüttelphasen nach fünf und zehn Minuten).
  5. Ablesen und umrechnen: Am Manometer wird der Druck abgelesen und mit einer Tabelle in CM-% umgerechnet.

Das Messgerät wird regelmäßig und bei Verdacht auf fehlerhafte Messwerte mit einer Kalibrierampulle (1,00 g Wasser) geprüft. Bei Beton und Verbundestrich ist die CM-Methode laut TKB-Merkblatt 16 ungeeignet; wenden Sie sich hier an einen Bausachverständigen.

Wie viele Messstellen sind nötig und wo?

Das Merkblatt 16 (12/2024) nennt für Flächen bis 100 m² eine bis zwei Messungen, darüber eine Messung je 200 m². In mehrgeschossigen Gebäuden gilt mindestens eine Messung je Geschoss, in Gebäuden mit mehreren Wohnungen mindestens eine je Wohnung. Das ist eine Zusammenfassung des Merkblatts, keine Normvorgabe. Bei Heizestrichen werden die Messstellen bauseits festgelegt, siehe unten.

Trittschalldämmung wird über einer Fußbodenheizung mit Heizrohren ausgerollt
Bei Fußbodenheizung legt der Auftraggeber die Messstellen fest. Bild: Hersteller.

Fußbodenheizung: Messstellen und Aufheizprotokoll

Bei beheizten Estrichen verweist das Merkblatt 16 (Ausgabe 12/2024) auf die DIN EN 1264-4: Die Messstellen werden bauseits ausgewiesen, also auf der Seite des Auftraggebers. Entnehmen Sie Proben nur an diesen Stellen, sonst droht eine Beschädigung der Heizrohre. Pro Raum soll mindestens eine Stelle markiert sein, bei Räumen über 50 m² mindestens zwei, bei Flächen über 200 m² drei Stellen je 200 m².

Das Aufheizprotokoll (Funktionsheizen und Belegreifheizen, beschrieben im TKB-Bericht 11) zeigt, dass die Heizung nach Vorgabe gelaufen ist. Nach der Ausgabe 2016 des TKB-Merkblatts 16 ersetzt das Protokoll die CM-Messung nicht (die Ausgabe 12/2024 wiederholt das nicht): Maßgeblich bleibt der gemessene Wert. Zeigt das Protokoll keinen ordnungsgemäßen Aufheizvorgang, muss der Bodenleger nach der Ausgabe 2016 schriftlich Bedenken anmelden. Zu den Temperaturen beim Heizen und zum schrittweisen Hochheizen nach der Verlegung lesen Sie Vinylboden und Fußbodenheizung. Dort steht auch die Obergrenze von 27 °C an der Oberfläche, die Arbiton vorgibt.

Wer misst und wer verantwortet die Belegreife?

  • Messung: Der Bodenleger prüft als Ausführender, ob der Untergrund geeignet ist, und misst dazu den CM-Wert. Er beurteilt den Wert laut Merkblatt 16 aber nicht selbst.
  • Belegreife: Die Verantwortung dafür liegt beim Auftraggeber. Er muss bestätigen, welcher Grenzwert gilt, am besten schriftlich nach Rücksprache mit dem Estrichleger (unsere Empfehlung). Unsere Einschätzung: Als Bauherr sind Sie meist selbst Auftraggeber. Lassen Sie sich das Messprotokoll mit Messstelle, Datum und Wert geben.
  • Streitfall: Ein Sachverständiger kann bei Streit die Darr-Methode im Labor einsetzen (Hinweisblatt 05).

Bei Unsicherheit zu Messung, Wert oder Feuchteschäden wenden Sie sich an einen Bausachverständigen. Wir können das für Ihr Objekt nicht beurteilen.

Messgeräte ohne CM: Was gilt für die Belegreife?

Elektronische Geräte, etwa kapazitive Messgeräte, sind schnell, messen aber nicht nach der CM-Methode. Das Merkblatt 16 lässt solche Messungen höchstens als Vorprüfung zu, danach folgt die CM-Messung. Die KRL-Methode (ein weiteres Messverfahren) beschreibt das Hinweisblatt 05 als Methode, die dem Stand der Technik entspricht. Als allgemein anerkannte Regel des Faches gilt sie dort aber noch nicht. Für Folientest, Handtest und ähnliche Hausmittel haben wir keine Fachquelle gefunden, die sie für die Belegreife anerkennt. Planen Sie deshalb die CM-Messung ein.

Wie lange muss Estrich trocknen?

Eine feste Zeit gibt es nicht. Wie feucht der Estrich nach einer bestimmten Zeit noch ist, zeigt nur die Messung. Liegt der Wert über dem Grenzwert, hilft keine Folie (siehe unseren Ratgeber zur Dampfsperre): Der Estrich muss weiter trocknen und wird später erneut gemessen. Wie lange das voraussichtlich dauert, erfahren Sie vom Estrichleger. Wir empfehlen, nicht auf eigene Faust zu heizen, um den Estrich zu trocknen. Das Belegreifheizen (kontrolliertes Aufheizen vor der Verlegung) sollte nur nach Vorgabe von Heizungsbauer oder Estrichleger erfolgen.

Häufige Fragen

Wie merkt man, ob Estrich trocken ist?

Nur durch eine Messung. Für die Trockenheit ist die CM-Messung maßgeblich, elektronische Geräte dienen höchstens der Vorprüfung (TKB-Merkblatt 16).

Wie viel Restfeuchte darf Estrich haben?

Für Vinylboden und andere elastische Beläge nennt die TKB bei Zementestrich höchstens 2,0 CM-% (beheizt 1,8) und bei Calciumsulfatestrich höchstens 0,5 CM-% (beheizt 0,3). Arbiton nennt in den von uns gelesenen Anleitungen (Amaron Click, Chevron, Herringbone Dryback) dieselben Werte, mit einer Ausnahme: Bei Amaron Click und Zementestrich mit Fußbodenheizung nennt Arbiton 1,5.

Was passiert, wenn der Estrich nicht trocken ist?

Nach dem TKB-Bericht 11 erreichen Verlegewerkstoffe ihre Ausgleichsfeuchte nicht, bei elastischen Belägen können sich Blasen bilden und bei Parkett kann das Holz quellen. Deshalb wird erst verlegt, wenn die Messung den Grenzwert bestätigt.

Gelten die Werte auch für Klick-Vinyl?

Die TKB-Werte sind der Richtwert für elastische Beläge. Maßgeblich ist die Anleitung Ihres Produkts: Die von uns gelesenen Arbiton-Anleitungen für Klick-Serien (Amaron Click, Amaron Chevron) und für Klebevinyl (Amaron Herringbone Dryback) nennen die Werte aus der Tabelle oben. Welche Verlegeart besser passt, erklärt Klick oder Kleben.

Was kostet eine CM-Messung?

Dazu haben wir keine belastbare Quelle und nennen deshalb keinen Preis. Holen Sie ein Angebot bei einem Bodenleger, Estrichleger oder Prüfinstitut ein.

Reicht eine Dampfsperre, wenn der Estrich noch feucht ist?

Nein. Wie in unserem Ratgeber beschrieben, ersetzt die Folie keinen trockenen Estrich. Der Wert muss unter dem Grenzwert des Herstellers liegen, siehe Dampfsperre am Boden.

Ist der Untergrund trocken, geht es mit Boden ausgleichen und dem Fußbodenaufbau mit Vinylboden weiter. Wie Sie den Klick-Boden dann legen, steht in Vinylboden verlegen: Klick-Vinyl Schritt für Schritt. Im Keller gelten zusätzliche Fragen zur Feuchte, siehe Bodenbelag im Keller. Den passenden Boden finden Sie in den Kategorien Klick-Vinyl und Rigid Vinyl und Vinylboden kaufen.

Quellen

  1. TKB-Merkblatt 16: CM-Messung (Technische Kommission Bauklebstoffe, Ausgabe 12/2024): Grenzwerte, Ablauf, Messstellen, Schnellzementestrich, Verantwortung für die Belegreife.
  2. TKB-Merkblatt 16 (Ausgabe 2016): Hinweis zu DIN 18560-1 und beheiztem Calciumsulfatestrich, Austrocknung von oben nach unten, Aufheizprotokoll (durch die Ausgabe 12/2024 ersetzt, die diese Hinweise nicht wiederholt).
  3. BVPF Technisches Hinweisblatt 05: KRL-Messmethode (04/2024): KRL-Methode, Darr-Methode, Bewertung der Werte.
  4. TKB-Bericht 11: Belegreife (19.7.2024): Folgen eines zu feuchten Untergrunds, Funktionsheizen und Belegreifheizen.
  5. Arbiton: Verlegeanleitung Amaron Click, Amaron Chevron und Amaron Herringbone Dryback: Grenzwerte für Zement- und Anhydritestrich.
  6. Nordic Floors: Dampfsperre am Boden und Vinylboden und Fußbodenheizung.
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